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Alternative Systeme

Es macht sicher wenig Sinn, sich über eine Sache nur zu beschweren, wenn man keinen Vorschlag für eine Alternative hat.

Deshalb beabsichtige ich, hier über solche Geldsystem, von denen ich meine, dass ich sie verstanden habe und von denen ich glaube, dass sie Aussicht auf Erfolg haben (meine Meinung ist ganz subjektiv und erhebt keinen Anspruch darauf, ein Maßstab zu sein) vorstellen.

Etwas möchte ich vorweg nehmen: Alternative Währungen sind auf dem Vormarsch.

Erste Rufe nach Verboten und Gegenmaßnahmen wurden schon laut (BitCoin). Ich rechne auch mit Versuchen, alternative Währungen zu verbieten, “Ausserkraftsetzungen” per Gesetz, Versuchen, Bitcoin-Geschäfte (oder andere zinsfreie Währungen) als sittenwidrig (?) uneinklagbar, rechtswidrig, ja sogar strafbar… einzuordnen. Ich kann mir sogar eine Zensur des Internets vorstellen “STOP – FALSCHGELD” oder ähnliches. Aber das wird nicht funktionieren… wenn Menschen sich einig sind, eine Verrechnungseinheit zu akzeptieren, dann werden sie sie auch etablieren. Irgendwann wird ein Land die Zahlung von Steuern mit einer zinsfreien Währung zulassen – dann wäre der Dammbruch da. Spannende Sache… Ich glaube, gerade Deutschland könnte sich einen solchen Schritt wegen seiner hohen Bonität und überall begehrten Gütern und Leistungen leisten. Wie wenig Steuern müssten wir zahlen und um wieviel leistungsfähiger wären wir, welchen sozialen Frieden hätten wir, wenn wir für den Staatshaushalt keine Zinsen anschaffen müssten und …das muss dazu gesagt werden, keine Schulden mehr machen würden, die nicht durch Steuereinnahmen gedeckt werden können! Nur, Sparen und immer mehr Zinsen zahlen – das geht nicht.

Da die Kommunen in größter Not sind, lokal aber eine großer Bedarf vorhanden ist, Leistungsaustausche zwischen lokalen Rechtsgenossen zu vollziehen, könnte m.E. die Akzeptanz auf lokaler Ebene durch Kommunen vielleicht am ehesten zur Akzeptanz führen – das wurde alles schon sehr erfolgreich gemacht, wie das Beispiel von Wörgl in Österreich zeigte. Erst unter Drohung von Armeeeinsatz beendete Wörgl das erfolgreiche Experiment im September 1933 – nach der Intervention die Österreichische Nationalbank. Die Sache war so erfolgreich und solide, dass z.B. der Finanzminister und spätere Ministerpräsident Édouard Daladier sich ganz ernsthaft mit dem Verfahren auseinandersetzte, und in den USA der Wirtschaftswissenschaftler Irving Fisher der amerikanischen Regierung vorschlug, ein Wörgl-ähnliches Geld mit dem Namen Stamp Scrip zur Überwindung der Wirtschaftskrise einzuführen.

Vielleicht muss auch mal ein Bürgermeister eine Rechtsnorm unbeachtet lassen, damit man sich mit den Konsequenzen auseinandersetzen kann.

BitCoin

Wesentliche Nachteile von BitCoins scheinen mir

  • Knappheit, so dass BitCons nicht in guter Proportion zu der Menge an Gütern und Leistungen stehen
  • dadurch (jedenfalls nicht zuletzt) starke Schwankungen im Wert der Bitcoins (Volatiliät) und damit Spekelationsobjekt

Die wichtigsten Vorteile scheinen mir zu sein:

  • Die Unabhängigkeit von Zentralbanken
  • Die Technologie
  • Möglicherweise Kombinierbarkeit mit dem Vorschlag von Paul Grignon

Paul Grignon’s Vorschlag Beyond Money

Wir machen unser Geld selbst

Das ist eine provozierende Aussage und Forderung. Doch – ja, ich behaupte, dass es möglich wäre, dass wir alle unser Geld selbst herstellten könnten und eine prosperierende Wirtschaft ohne arme Menschen haben könnten in der Nachhaltigkeit eine dem System immanente Eigenschaft wäre und nicht wie heute, ein abgedroschener Begriff, der (ebenfalls systembedingt) gar nicht erfüllt werden kann. Um es vorweg zu nehmen: Jeder dürfte und könnte nur soviel Geld herstellen und in Umlauf bringen, wie er in der Zukunft sicher an Leistungen erbringen kann oder seine Vermögenswerte an Sicherheit ausmachen. Merken Sie die Ähnlichkeit zu den Bedingung eines Kredits bei einer Bank?

Interessiert? Dann los! Auf Paul Grignons Seite  Harmony können Sie virtuell schon mitmachen – einer zu gesetzlichen Zahlungsmitteln alternativen Währung,  die nur durch Güter und Leistungen gedeckt ist.

Meine Überlegungen basieren auf den Vorschlägen von Paul Grignon (Paul Grignon’s Vorschlag The Essence of Money, a Medieval Tale (7:36) Beyond Money). Es ist also nicht mein Verdienst, möglicherweise einen guten Weg zu verfolgen, sondern der von Paul Grignon. Wenn ich etwas missverstanden haben sollte oder Fehler bei den Schlussfolgerungen vorlägen, wäre es ganz und gar meine Schuld.

Im Abschnitt über den Begriff des Hortens hatte ich erläutert, wie sich die Menschen in kleinen Kommunen behalfen, wenn die Geldmenge zu knapp war, weil Geldbesitzer es nicht ausgaben, sondern horteten, also buchstäblich in eine Kiste packten und es ansammelten. Das war tatsächlich früher im Mittelalter die Form des Hortens, weshalb der Markt (im Wortsinn) kein (oder zu wenig) Geld im Umlauf hatte. Die Gold und Silbermünzen waren ein verführerisch einfach zu handhabendes Wertaufbewahrungsmittel.

Die Menschen behalfen sich damit, dass sie selbst Gutscheine emittierten, die sich an dem bekannten und akzeptierten Wertmaßstab des gehorteten Geldes (z.B. eine Silbermünze) orientierten. Die Güter und Leistungen, die der Emittent (dessen Bonität im Dorf gut bekannt war) zu liefern versprach, entsprachen genau der Geldmenge (den emittierten Geld-Gutscheinen. So wie dieses Geld (der Gutschein) aus dem Nichts entstand, genauso verschwand das Geld (der Gutschein) wieder, wenn der Inhaber des Geld-Gutscheins das Liefer/Leistungsversprechen beim Emittenten einlöste.

Stellen Sie sich einmal vor, jeder könnte digitales Geld herstellen. Wenn dieses Geld von Organisationen und Personen stammen würde, deren Bonität zweifelsfrei ist oder bei denen sichergestellt wäre, dass die Vermögenswerte, die der emitierten Geldmenge entsprechen, gegen den Zugriff Dritter geschützt sind, könnte man diesem Geld ohne weiteres vertrauen. (Das man digitales Geld herstellen kann, das wirklich fälschungssicher ist, ist z.B. durch bitcoin bewiesen). Anders als bei regionalen Währungen stünde diesem Geld immer eine genaues Äquivalent an Güter oder Leistungen gegenüber und Betrug wäre ausgeschlossen. Eine staatlich kontrollierte Zertifiziertungsstelle könnte des sicherstellen. Außerdem würde das Geld bald wieder zu dem Emittenten zurückfließen und der müsste liefern oder leisten, oder – seine Sicherheiten würden verwertet werden.

Wir würden nichts anderes tun als das, was sich im Mittelalter in kleinen Kommunen bewährt hatte und wir hätten Geldmenge und Leistungsangebot in stets guter Proportion – keine Inflation, keine Deflation und – kein Wachstum, um die exponentiell wachsenden Zinsbeträge produzieren zu müssen.

Wahrscheinlich würden nur noch hochwertigste, langlebigste, leicht wartbare, an neue Anforderungen anpassbare Produkte entstehen. Finanzierungen wären kein Problem mehr, wenn der Nutzen nachvollziehbar ist. Kein diskontierter Cashflow würde mehr Nachhaltigkeit(systembedingt) unmöglich machen. An sehr vielen Produkten würde man wahrscheinlich gar kein Eigentum mehr erwerben (wollen) sondern, nur für den Nutzen zahlen. Der Hersteller müsste keinen Cashflow mehr produzieren, der die Zinsen aller vor seinem Fertigprodukt belastenden Halb- und Unfertigprodukte enthielte. Er könnte Geld-Gutscheine (natürlich digital und von einer Aufsichtsbehörde genau kontrolliert) emittieren, weil als Sicherheit die Zahlungsverpflichtungen aller Konsumenten seines langlebigen Produktes (und der Wert desselben dazu) dienen würden.

Der Kredit, den Sie heute von der Bank bekommen, entsteht auch aus dem Nichts – als Kreditnehmer haben Sie versprochen Äquivalente an Gütern und Leistungen in der Zukunft zu schaffen. Sie haften mit Ihrem Vermögen oder Ihrer künftigen Leistungsfähigkeit oder ein anderer tut das für Sie. Sie hätten das Geld (die Gutscheine für die Leistungen, die sie zu erbringen versprochen haben) auch selbst schöpfen können, aus dem Nichts, ohne eine Bank, die genau das tut – aber Zinsen verlangt, deren Beträge nie entstehen und auch nicht wieder verschwinden. Sie kumulieren vielmehr exponentiell. Das ist ganz simpel – dazu muss man nicht viele Bücher vollpinseln. Die Zinsen (so wie sie in unserem Geldsystem funktionieren), sind dasselbe wie ein betrügerischer Kettenbrief.

Das wäre anders, wenn der Staat die Gebühren (Zinsen) für neu geschöpftes gesetzliches Zahlungsmittel (Kredite) bekäme [1] (anstatt oder in Ergänzung von Steuern) und diese Beträge in derselben Höhe ausgeben würde, wie er sie eingenommen hat. Gesetzliche Zahlungsmittel sind eine öffentliche Dienstleistung, überwacht und geregelt von der Rechtsordnung, was Ressourcen kostet. Für die Verwendung einer öffentlichen Dienstleistung wird man doch nicht auch noch bezahlt – oder sollten wir Autobahnbenutzern statt ihnen eine Maut abzunehmen, eine Belohnung geben? Und je mehr jemand belohnt würde, desto höher belohnen wir ihn um ihn deshalb… ad infinitum? Irrsinn! Unsinn!

Wenn der Staat die Gebühren für die Nutzung der Dienstleistung Zahlungsmittel bekäme – wir hätten blühende Landschaften und keinerlei Armut (weder hier noch in fremdem Ländern oder Kontinenten noch einen verarmten, überschuldeten Staat) – und dennoch reiche Menschen, die mit guten Ideen nützliche Dinge produziert haben. Was wir nicht mehr hätten, wären Organisationen oder Personen, die leistungslos vom Zinsmechanismus profitieren – und damit ist nicht der Sparer gemeint, der einen Betrag dafür erhält, dass er etwas für rainy days zurücklegt und für diesen (zeitweisen) Konsumverzicht von dem, dem er sein Geld anvertraut, ein Entgelt erhält. Dieses Entgelt wird (zu Unrecht) ebenso als Zins bezeichnet, wie die Zinsbeträge, die auf die Geldmenge berechnet werden, die aus dem Nichts entstanden waren und sich in privater Hand zum Nachteil aller Rechtsgenossen befinden. Das ist typisch für Volks- und Betriebswirtschaft – nicht nachdenken und sorgfältig arbeiten, sondern Bestehendes einfach nachplappern, herumfaseln, unscharf bleiben aber so tun, als wüsste man alles – vor allem die Zukunft. Jeder Physiker weiß, dass das Unsinn ist – spätestens seit den Erkenntnissen von Heisenberg. Aber die Wirtschaftswissenschaftler behaupten, sie könnten uns sagen was in 10 Jahren passiert – toll! Wirtschaftswissenschaftler – was dämlicheres gibt es meiner Meinung nach nicht.

So (wie es jetzt ist) sind die Zinsen aber leistungsloses Einkommen, das die Rechtsgenossen die keine Zinsen erhalten ausbeutet und zur Verknappung von Geld führt – das ist eine Form von “dem Markt Geldmenge entziehen”.

  1. Diese Zinsen sind die exponentiell akkumulierten, nicht die ggf. als Gebühr vereinnahmten und wieder ausgegebenen Beträge des Staates für die Inanspruchnahme der Dienstleistung Zahlungsmittel

Lokale Währungen

Die Idee einer Regionalwährung ist prinzipiell richtig. Neben anderen Schwächen, ua. häufig esoterisch anmutenden Ansprüchen, ist ein wesentliches Problem der gegenwärtigen Regionalwährungen, dass sie keine gesetzlichen Zahlungsmittel sind, also kein Annahmezwang besteht und man damit seine Steuern nicht bezahlen kann. Das Thalia-Kino z.B. muss für die Umsätze mit Havelblüten Mehrwertsteuer in Euro zahlen.

Was wir brauchen, ist eine grundsätzliche Änderung des zinsgetriebenen Geldsystems. Ich habe dazu auf meiner Wiki Seite zwischenzeitlich eine, so glaube ich, ganz brauchbare Zusammenfassung erstellt. Gesetzliche Zahlungsmittel sind eine öffentliche Dienstleistung. Die Zinsen für neu geschöpftes Geld (nicht für das gesparte, dessen Liquidiätsvorteil vom Sparer zeitweise gegen Zinsen aufgegeben wird) gehören dem Staat – uns, der Gesellschaft und nicht privaten Banken. Die brauchen wir nicht dafür. Die Zinsen und Zinsesszinsen, die die kassieren, gehören statt oder als Ergänzung von Steuern in die Staatskasse.

Komplementäre Währungen

Der Begriff “komplementär” (ergänzend) wird häufig synonym auch für Regionalwährungen oder Alternativwährungen angewendet. Ich möchte da gerne abgrenzen und genauer definieren, damit man genau weiß was genau gemeint ist:

  • Regiononale Währung
  • Alternative Währung
  • Komplementäre Währung

Ob drei Begriffe ausreichende sind, muss ich noch untersuchen.

Tauschhandel

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